Reflektion des Blocks „Solidarische Verhältnisse schaffen “

Reflektion des Blocks „Solidarische Verhältnisse schaffen “

Wie vielleicht bekannt ist, haben wir ein Bündnis aus Antifaschist_Innen
und Antirassist_Innen auf der Demonstration in Dessau „Den rassistischen
Konsens brechen“ auf die Problematik des Demoschutzes angesprochen.

Im Vorfeld haben wir uns selbst eingehend mit dieser Thematik
beschäftigt und sind infolgedessen auf einige Defizite gestoßen. Diese
analytische Auseinandersetzung hat uns dazu bewegt, einen Versuch zu
starten diesen Defiziten entgegenzuwirken bzw. diese auszumerzen.

Dem ging eine ausführliche Phase der Selbstreflektion und Selbstkritik
voraus.
Da wir den Fokus auch auf das grundsätzliche Verhalten auf
Demonstrationen richten, wurden demzufolge auch inhaltliche Aspekte
diskutiert.
Unter anderem wurde die Bezeichnung „Macker“ als ein Auslegungsbegriff verstanden. Es gilt als absolut notwendig, sich darauf aufbauend weiterhin mit diesem Begriff und seiner Verwendung zu beschäftigen und ihn inhaltlich klar zu definieren.
Die Möglichkeiten, dies nach außen zu tragen, waren im Hinblick auf die
kurze Vorbereitungszeit sehr eingeschränkt.
Daher haben wir beschlossen, die Verwendung des „Macker- Begriffs“ im
Aufruf zur Demo konzentriert mit dem „Schutz vor polizeilichen
Interventionen“ zu thematisieren.

Ebenso verhält es sich mit der Sachlage „männerdominierter Demonstrationen“. Aufgrund des Feedbacks, welches sich durch „Das könnt
ihr eh nicht ändern.“ oder „Wir sind nun mal eine männerdominierte
Szene.“ äußerte, bestätigte sich für uns ein dringlicher Handlungsbedarf.


Zum Ablauf

Zum Demobeginn organisierten wir die Verteilung der lila Winkelemente.
Im anschließenden Delegierten-Treffen, wurde das Konzept den sich
beteiligenden bzw. interessierten Gruppen erläutert.
Als es dann so langsam losging, versuchten wir unseren Block
konzeptgerecht aufzubauen.

Es war nicht einfach dies zu vermitteln und umzusetzen, ohne den
eventuellen Eindruck von autoritärem Verhalten zu erwecken. Wir möchten
uns von jeglichem Autoritätsanspruch distanzieren und bitten um Verständnis.

Da die Bullenpräsenz vor Ort natürlich ein deeskalierendes und
offenkundig positives Bild in der Öffentlichkeit hinterlassen sollte,war
zunächst nicht von einer Gefährdung für die Teilnehmer_Innen aus zugehen.

So zog die Demonstration durch die Dessauer Innenstadt.
In Höhe Mc Donalds, haben sich einige Demonstrant_Innen an der
öffentlichen Meinungsäußerung der Dessauer Bürger_Innen gestört gefühlt.
Unnötig war nicht nur, dass der hintere Teil der Demo sich zerstreute,
sondern auch das beim intervenieren lila Fahnen beteiligt waren, die
lediglich zum Schutzkonzept dienten. Auch im vorderen Teil war die
Neugier zu groß, einen für das Dessauer Stadtbild normalen Bürger zu
Betrachten.

Somit war auch dieser Teil ziemlich zerstreut und offen für
ein Eingreifen der Bullen, welches in dieser Situation zwar nicht zu
befürchten war, jedoch zeigt diese Situation, wie wichtig es ist solch ein Verhalten zu analysieren.
In Höhe des Rathauses kam es dann erneut zu einer Auseinandersetzung,
welche das Eingreifen der Polizei verursachte.
In diesem Moment wurde versucht, das Konzept umzusetzen.
Die rechte Seite der Demontration stellte sich schützend vor die
Dahinter befindlichen Demonstrationsteilnehmer_Innen.
Diese standen zwar für einen Moment alleine, wurden dann jedoch verstärkt.
Natürlich hatten die Bullen großes Interesse daran, dies fotografisch
festzuhalten. Somit wurden einige Fahnen als Neugierschutz umfunktioniert. Somit kann geschlussfolgert werden, dass das Konzept
zumindest partiell erfolgreich, nämlich zum Schutz gegen die Bullen
umgesetzt werden konnte.

Den restlichen Weg setzte der vordere Teil der Demonstration im Sinne
des Konzeptes fort.
Es wurde in Ketten gelaufen und sowohl die Front als auch die Seiten
wurden geschützt.


Fazit

Natürlich war allen Beteiligten bewusst, dass dies lediglich einen
ersten Versuch darstellen konnte.
Folglich waren wir positiv überrascht, wie unser Konzept aufgenommen wurde.
Leider mangelte es bei manchen Aktivist_Innen an der praktischen
Umsetzung der Kettenbildung, welches sich auf ausgeschlossene
Teilnehmer_Innen zwischen den Ketten auswirkte.
Dies wurde unverzüglich behoben, sodass kein Aktivist und
keine Aktivistin alleine gelassen wurde.
Wir wollen uns an dieser Stelle bei allen Beteiligten bedanken, die
dafür gesorgt haben unser Konzept in die Praxis umzusetzen.

Erste Impressionen

Traditionen und der ganz normale Rassismus

Aufgrund erster Reaktionen haben wir uns entschlossen, unseren Aufruf zu präzisieren.
Mit unserer Erklärung wollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir es für eine sinnvolle Strategie halten, in brenzlichen Situationen Ketten zu bilden. Dies ist ein Konzept, welches bereits auf sehr vielen Demonstrationen angewandt wurde. Natürlich darf mensch auch nicht aus den Augen verlieren, dass ein Block der aus in Ketten laufenden Menschen besteht, Assoziationen zu vergangenen Zeiten (Bsp. Autonome Antifa M) hervorruft. Genau aus diesem Grund finden wir es wichtig zu sagen, dass wir das Konzept der Ketten nicht aus irgendwelchen linken Traditionen befürworten, sondern sie als funktionelles Sicherungsprinzip verstehen.
Ebenfalls wollen wir klarstellen, dass ein Block aus in Ketten laufenden Menschen, nicht dazu dienen soll ein Auftreten hervorzurufen, welches unserer Grundeinstellung widersprechen würde.
Des Weiteren wollen wir verdeutlichen, dass uns die Demonstration in Dessau nicht nur Mittel zum Zweck ist, sondern dass wir in Antirassistischen Gruppierungen tätig sind und uns aktiv in diesem Bereich einbringen.
Ob Demonstrationen noch zeitgemäß sind oder ob mensch sich lieber mit der Theorie befassen sollte, sei an dieser Stelle zur Diskussion frei gegeben. Dennoch sind wir der Meinung, dass beides auf der Verbreitung von Informationen basieren sollte und deshalb geschütz werden muss.

So siehts aus!!!

Da es natürlich schwer fällt ein Konzept nach außen zu tragen und darauf aufmerksam zu machen, ohne die entsprechenden Repressionsorgane, gegen welche wir uns klar aussprechen,einzuweihen, haben wir hin und her diskutiert und uns für ein kurzes Video entschieden.

Dass dies ganz klar nicht das Konzept sein kann

, sollte jedem/jeder bewusst sein. Wir wollen unser Konzept so weit es geht von den hier mitlesenden Bullen fernhalten. Das endgültige Konzept werded ihr vor Ort erfahren. Dieses wird sich dann natürlich nicht mit dem Grundgesetzt und dessen Regelung für Versammlungen anlegen.
Zum Video ist zu sagen, dass die benutzten Fahnen lediglich als Abstandshilfen umfunktioniert worden sind. Um dies zu verdeutlichen haben wir die Funktion einer Fahne, nämlich das Schwenken, ebenfalls im Video ausgiebig traniert.

Also kommt alle nach Dessau.
Wenn nicht in unserem Block, dann seid auf jeden Fall Teil der Demonstration.


DEN RASSISTISCHEN KONSENS BRECHEN!
DESSAUER VERHÄLTNISSE ANGREIFEN!

Eine Erklärung

„Solidarische Verhältnisse schaffen“

Repressionsarbeit ist das notwendige Übel mit dem sich alle politische Gruppen befassen sollten. Ob durch Bündnisse wie „129 e.v.“ oder durch Blöcke wie dem „Extrem_ist_in“ Block auf der Demonstration in Dresden.

Wer sind wir?

Dennoch sind wir, ein Zusammenschluß aus Antifaschist_Innen und Antirassist_Innen, der Meinung, dass manche Aktivist_Innen noch immer zu wenig sensibilisiert für diese Thematik sind. Ob E-mails immer noch unverschlüsselt geschrieben werden oder noch immer keine Kanäle für sichere Kommunikation, wie u.a. Jabber, verwendet werden. Diese Kommunikation via Internet wurde schon oft ins Auge gefasst und von verschiedenen Kanälen verbreitet. Bei wem dies nocht nicht angekommen ist, dem seien folgende Seiten empfohlen:
Über Jabber: hier
Verschlüsselung von E-Mails: hier
Zusammenfassung+Computerschutz: und hier

Wir als Zusammenschluß „Solidarische Verhältnisse schaffen“ haben uns zur Aufgabe gemacht, dem Agieren von Repressionsorganen auf öffentlichen Veranstaltungen den Raum zu nehmen. Leider ist es Realität, dass Bullen zu oft dominieren und davon profitieren, dass mit deren Ausseneinwirkung nicht gerechnet wird oder umgegangen werden kann.

Warum wollen wir einen Solidaritäsblock?

Grundlage für eine solche Entscheidung sind unter anderenm Menschen, die andere durch ihr Verhalten auf Demonstrationen gefährden. Wenn es denn mal zu Kettenbildung kommt, gibt es immer noch Menschen die dazwischen
laufen und somit den Block von Demonstrant_Innen durch Zwischenräume zu einer Angriffsfläche für Bullen machen. Oft haben diese einfaches Spiel in die Demonstration zu prügeln und Menschen raus zu ziehen. Ebenso ist der Überfall von Bullen auf die Demonstration am 7.Januar, welche zum Gedenken an den im Polizeirevier verbrannten Oury Jalloh organisiert wurde, für uns Grund genug den Schutz von Demos zu thematisieren.
Deshalb wollen wir am 25.2. bei der Bundesweiten Antira-Demo in Dessau versuchen diesen Schutz praktisch umzusetzten. Das dies lediglich einen Versuch darstellt und keine Lösung sein wird alle
Demonstrationsteilnehmer_Innen zu schützen ist uns klar.

Unsere Gedanken

Wir haben uns Gedanken gemacht, wie es möglich und effektiv ist eine Demonstration zu schützen. Dabei haben wir versucht alle Eventualitäten zu beachten. Darunter zählen in unseren Augen Menschen, die kein Bock auf Bullenkontakt haben, Menschen die in Situationen gebracht werden, in denen sie sich unwohl fühlen (zum Beispiel am äußeren Ende der Kette zu laufen),Menschen
die geschützt werden wollen und ebenfalls Menschen die kein Bock auf Sexismus und Mackerscheiß, wie unreflektiertes Bullenbepöbeln und auf Abwertung zielende Profilierung, haben. Deswegen soll an dieser Stelle gesagt sein, das wir auf jeden Fall
männerdominierte Demonstrationen nicht gutheißen und eine klare Einstellung gegen Sexismus und Mackerscheiß haben. Um dies zu verdeutlichen haben wir als Symbolik für unseren Block lila Fahnen mit der Aufschrift „Fuck Gender“ gewählt.
Des Weiteren wollen wir auf keinen Fall einen Lokalpatriotismus fördern, der auch für strukturelle Zusammenhänge von den Bullen genutzt werden kann und eine Stadt über das politische Geschehen stellt.

Warum wollen wir gerade auf der Antira-Demo dieses Konzept fahren?

Dass uns die Dessauer Zustände mit ihrem, in der Mitte der Gesellschaft fest verankerten, Rassismus mehr als nur ankotzen, wollen wir hier nicht weiter ausführen, da wir den Aufruf des Bündnisses „Dessauer Verhältnisse angreifen“ unterstützen. Da genau diese Zustände für uns untragbar sind und wir die „Dessauer Verhältnisse angreifen“ wollen, sehen wir den 25.2. und vor allem die Stadt Dessau als notwendig, um über den Schutz von Demonstrationen zu reden. Wir wollen ebenfalls klarstellen, dass wir nicht nach Dessau fahren, um in einer von Rassismus durchzogenen Stadt rumzuschlendern. Ganz im Gegenteil! Wir sind verdammt wütend, dass Menschen aus unseren Reihen krankenhausreif geschlagen werden. Dass Menschen mit Repression zu
kämpfen haben. Dass Antifaschismus kriminalisiert wird. Wir haben keinen Bock mehr von den Bullen zusammengeschlagen zu werden, ohne dass diese mit Konsequenzen zu rechnen haben. Da wir aber auf den Schutz aller Demonstrationsteilnehmer_Innen bedacht sind und es uns in erster Linie darum geht den Schutz und das Bewusstsein für diesen zu etablieren, wird von uns keine Gewalt ausgehen. Was nicht heißen soll, dass wir uns nicht verteidigen wollen!
Ebenfalls streben wir eine kritische Analyse und die Übermittlung der erworbenen Inhalte an.

Hard Facts

-Wir wollen versuchen in bedrohlichen Situation geschlossen in Ketten zu
laufen.

-Wir wollen die Demoseiten schützen

-Wir wollen aufeinander achten

-Wir wollen keinen zwingen in Ketten zu laufen wollen aber versuchen
eine Sicherheit für alle zu ermöglichen

-Wir wollen dieses Konzept so lange durchziehen, bis eine sichere
Abreise gewährleistet ist

Kommt nach Dessau!
Unterstützt den Block „Solidarische Verhätnisse schaffen“.

Solidarische Verhältnisse schaffen, um den rechten Konsens zu brechen!